28.06.2007

Zoos und Aquarien wollen Kermit & Co. helfen -

Zoo Heidelberg
Welt-Zooverband richtet erstmals Kurs für deutschsprachige Tierpfleger aus

WAZA, der Weltverband der Zoos und Aquarien, will gemeinsam mit seinen Mitgliedorganisationen einen Beitrag leisten, um das drohende massenhafte Aussterben von Fröschen, Kröten und anderen Amphibien zu verhindern. Dazu führt er jetzt in Chemnitz erstmalig einen Kurs zur Ausbildung von Tierpflegern durch.

Klimawandel, Lebensraumverlust, Seuchen und andere Gefahren setzen weltweit den Amphibien zu. Bereits sind ein Drittel der rund 6000 Frösche, Kröten, Salamander und Molche auf der roten Liste der gefährdeten Arten aufgeführt und über hundert Arten sind in den letzten Jahren ausgestorben. Fachleute befürchten, dass ohne gezieltes Eingreifen den Amphibien ein ähnliches Schicksal droht, wie vor 60 Millionen Jahren den Dinosauriern. Dabei wird es in vielen Fällen nicht möglich sein, Arten nur durch Massnahmen in ihrem natürlichen Lebensraum zu erhalten, sondern man wird sie auch langfristig in menschlicher Obhut züchten müssen.

WAZA, der Weltverband der Zoos und Aquarien hat deshalb, in Zusammenarbeit mit dem Welt-Naturschutzbund (IUCN), das Projekt „Amphibian Ark“ ins Leben gerufen. Im Rahmen dieses Projekts sollen langfristige, koordinierte Zuchtprogramme auf die Beine gestellt werden, die von Zoos und Aquarien sowie Privatpersonen unterhalten werden sollen.

Um die Zoos im deutschsprachigen Raum auf ihre Rolle in dieser Amphibien-Arche vorzubereiten, hat der Weltzooverband gmeinsam mit seinen deutschsprachigen Mitgliedverbänden (VDZ, DWV und DTG), dem Bundesverband der Berufstierpfleger (BdZ), dem deutschprachigen Zoopädagogenverband (VZP) und der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) einen Kurs organisiert, der vom 27. bis 30. Juni im Tierpark Chemnitz stattfindet. An diesem Kurs, der finanziell auch vom schweizerischen und vom österreichischen Zooverband sowie der Stiftung Artenschutz unterstützt wird, nehmen über 50 Personen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Belgien teil. Sie wollen Erfahrungen austauschen und neue Kenntnisse und Fertigkeiten für die Haltung, die Zucht und den Schutz von Amphibien erwerben.

Nach dem Schneeball-Prinzip sollen die Ergebnisse des Kurses innerhalb der deutschsprachigen Zoogemeinschaft weitervermittelt werden, mit dem Ziel, die für ein erfolgreiches Zuchtprogramm notwendige Zahl ausgebildeter Amphibienpfleger möglichst rasch zu erreichen. Ferner soll der Kurs die Grundlage für eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Zoos und privaten Haltern von Amphibien bilden.

Auch im Zoo Heidelberg gibt es mittlerweile Amphibien zu bewundern. In einem Terrarium im kleinen Affenhaus leben zwei Aga-Kröten. Ursprünglich aus Süd- und Mittelamerika stammend, gehören sie zu den größten Kröten weltweit und können bis zu 2 kg schwer werden. In der Zooschule hinter den Kulissen leben außerdem noch ein Ochsenfrosch und einige Chinesische Rotbauchunken, die vor allem für den Zooschulunterricht eingesetzt werden.