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Vor zwanzig Jahren
waren Tierpflegerinnen in der Elefantenpflege
undenkbar – heute zeigen Kim Klene und Corinna
Schmitt im Zoo Heidelberg täglich, dass sie mit den
grauen Riesen glänzend klarkommen.
„Jenny an Platz!“
Das klingt eindeutig und Jenny geht brav dahin, wo
sie beim morgendlichen Duschvergnügen zu stehen hat.
Nichts besonderes – oder? Vielleicht doch, denn die
Kommandos werden nicht von Karl oder Helmut sondern
von Kim und Corinna gegeben. Seit zwei Jahren
arbeiten im Zoo Heidelberg weibliche Tierpfleger mit
den Elefanten – mit gutem Erfolg. „In vielen anderen
Ländern wie Holland oder den USA sind weibliche
Elefantenpfleger schon länger üblich, in
Deutschland waren sie bis vor wenigen Jahren die
absolute Ausnahme,“ erläutert Corinna Schmitt,
Tierpflegerin im Elefantenrevier des Zoo Heidelberg.
Bei der Elefantenpflege kommt es weniger auf Kraft
als auf Köpfchen und tierpflegerisches Geschick an.
Das Kräfteverhältnis Elefant zu Pfleger ist immer
ungleich, selbst der stärkste Bodybuilder sieht
gegenüber einem Elefanten physisch schwach aus.
„Frauen sind gut in vielen Bereichen in denen Tiere
gehalten und ausgebildet werden, bei Pferden,
Hunden, Menschenaffen – warum nicht auch bei
Elefanten?“ fragt sich Corinna Schmitt. Das heißt
eigentlich fragt sie es sich nicht mehr, sondern
gibt täglich im Elefantenrevier die Antwort –
Elefant und Frau passt gut zusammen. Ohnehin hat
sich die Elefantenpflege im Zoo gewandelt. Heute
steht die Beschäftigung der Elefanten weit oben im
Tätigkeitsspektrum der Elefantenpfleger. „Die
Elefanten müssen sich soviel wie möglich bewegen und
möglichst alle Muskeln ihres Körpers trainieren,“
erklärt Kerstin Jurczynski, Tierärztin im Zoo
Heidelberg. Bei drei Tonnen Gewicht sind die Gelenke
extremen Belastungen ausgesetzt und müssen von der
Muskulatur unterstützt werden. „Elefanten mit
schwacher Muskulatur legen sich zum Schlafen nicht
mehr hin, weil sie nicht wieder aufstehen können.
Die Dauerbelastung zerstört dann langsam aber sicher
die Gelenke.“ Die Tierpflegerinnen im Heidelberger
Elefantenrevier – und ihre männlichen Kollegen –
lassen sich ständig etwas neues einfallen um die
grauen Riesen in Bewegung zu bringen. Fußball
spielen, das Futter aus tiefen Löchern hervorholen,
sich an Stämmen aufrichten um an leckere Karotten zu
kommen – das Programm wechselt täglich. Anders als
bei Dressurvorführungen entscheiden die Elefanten
selbst, wann sie welche Bewegungen ausüben – ein
wichtiger Aspekt für das Wohlbefinden der Tiere.
„Wir freuen uns schon sehr auf das neue
Elefantenhaus. Zur Zeit können wir auf der
Außenanlage schon viel tun. Mit dem neuen Haus
werden wir noch mehr Abwechslung anbieten können
gerade auch im Winter und während der Nacht,“ sagt
Corinna Schmitt und füllt kleingeschnittene Karotten
in die Beschäftigungstonnen der Elefanten. Viel
Arbeit bei den Elefanten für die Elefanten.
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