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Wer würde bei diesem Wetter nicht gerne gemütlich abhängen, hin und wieder etwas Leichtes zu sich nehmen und sodann in ein wohliges Nickerchen gleiten? Wer in diesen Tagen den Heidelberger Zoo besucht, wird sich beim Anblick von Wilma und Fred wünschen, wenigstens einmal im Leben ein richtiges Faultier zu sein! Wilma und Fred heißen die beiden Zweifinger-Faultiere, die sich gerade im Freibereich der Südamerika-Voliere eingewöhnen dürfen. Partner Fred ist vor kurzem aus dem Tierpark Nordhorn nach Heidelberg gekommen. Beide sieht man nun einträchtig wenn auch mit einem gewissen Abstand dösend im Baum hängen. Sollten sie diesen Abstand langsam aber sicher überwinden, dann könnte auch Nachwuchs die Folge sein, der dann vermutlich „ Pebbels“ getauft würde.
Faultiere gehören zur sehr alten Säugtierordnung der Nebengelenktiere, die vor ca. 20 Millionen Jahren im Miozän den Höhepunkt ihrer Entwicklung erlebten. Heute bilden nur noch wenige Arten von Faultieren, Gürteltieren und Ameisenbären ein Relikt dieser einstmals artenreichen Tiergruppe
„Wilma“ und „Fred“ machen ihrem Namen wirklich alle Ehre: 20 Stunden am Tag wird im Halbschlaf geruht oder richtig geschlafen! Faultiere werden bis zu 30 Jahre alt und hängen in dieser Zeit meist tagsüber an ihren bis zum 7,5 cm langen Sichelklauen als zusammengedrücktes Bündel, den Kopf zwischen den Vorderarmen auf die Brust gelegt, in einer Astgabel. Ihren einprägsamen Namen haben die Tiere aber aufgrund ihrer extrem langsamen Bewegungsweise erhalten, mit der sie sich, wahrhaft in Zeitlupentempo, durch das Geäst der Bäume hangeln. Sie hilft ihnen nicht aufzufallen, damit Jaguare und vor allem Harphyien, die rieseigen Urwaldadler Südamerikas, nicht auf sie aufmerksam werden. Im Regenwald treiben Faultiere diese Tarnung sogar zur Perfektion. Dort lebt eine Alge in Fell der Faultiere, die dadurch grünliche Fellpartien bekommen und dann im grünen Blätterdach fast nicht zu entdecken sind. Faultiere bewohnen die Baumkronen der tropischen Regenwälder von Mittelamerika und dem Amazonasbecken bis zum südlichen Brasilien. Da in diesen Gegenden ihre Nahrung vor allem an jungen Blättern, Blüten und Früchten stets und in ausreichender Menge um sie herum wächst, haben sie gar keine Veranlassung, sich schnell zu bewegen. Soweit die Nahrung nicht mit dem Maul unmittelbar erreichbar ist, wird sie mit den Krallen herangezogen und gemächlich abgefuttert. In ihrer Heimat Brasilien sind Faultiere inzwischen gesetzlich geschützt. Da Faultiere aber auf die tropischen Regenwälder als Lebensraum angewiesen sind, werden sie durch die Abholzung der Wälder auch direkt in ihrer Existenz bedroht.
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