|
|
Jetzt ist es endlich soweit, die Präriehunde sind in ihr neues Gehege im Zoo Heidelberg eingezogen. Das war ein aufregender Moment für die Mitarbeiter des Zoos, denn die kleinen Nager aus Nordamerika gelten als sehr territorial und daher unverträglich gegenüber fremden Artgenossen. In Heidelberg sollte aber eine neue unverwandte Gruppe zusammengesetzt werden. Die Männchen stammen aus einem kleineren Tierpark in den Niederlanden und einer aus Hessen, die Weibchen sind aus einer holländischen Auffangstation, die beschlagnahmte Tiere aufnimmt. Alle Weibchen stammen ursprünglich von Privathaltern, Präriehunde werden immer noch gerne als Haustiere gehalten, obwohl sie dazu nicht geeignet sind. Meistens bekommen sie dort nicht genug Auslauf, werden falsch ernährt, als Einzeltiere gehalten und sind bald nicht mehr willkommen, da sie auch sehr wehrhaft sein können. Die Auffangstation Stichting AAP in den Niederlanden hat es sich zur Aufgabe gemacht, solche Tiere wieder zu resozialisieren, in Gruppen zusammenzubringen und sie dann an Zoos weiterzuvermitteln.
Die Zusammenführung in Heidelberg verlief glücklicherweise absolut problemlos. Alle Tiere wurden gleichzeitig in das neue, großzügige und mittlerweile auch gut bewachsene Gehege gesetzt, damit keines einen „Heimvorteil“ nutzen konnte. Der Unterschied zwischen den in der Kolonie groß gewordenen Männchen und den aus Privathaltung stammenden Weibchen war sofort erkennbar. Während die Männchen im dichten Pflanzenbewuchs verschwanden und anfingen ihre Löcher zu graben, untersuchten die Weibchen erst einmal ausgiebig Schuhe und Schnürsenkel der anwesenden Tierpfleger. Doch jetzt nach einigen Tagen haben auch die Weibchen festgestellt, dass man in dem Naturboden hervorragend buddeln kann und sich erste Baue gegraben. Auch die Annäherung zwischen beiden Geschlechtern kann nun beobachtet werden, wobei sich vor allem das Männchen aus dem hessischen Tierpark Pfungstadt um die Weibchen bemüht und sich ganz als interessierter Gentleman zeigt. Die erst in diesem Jahr geborenen holländischen Männchen werden wohl noch ein Jahr brauchen, bis das weibliche Geschlecht auch für sie interessant wird.
Ihren Namen haben die Präriehunde ihrem hundeartigen Gebell zu verdanken, das sie bei Gefahr äußern. Präriehunde sind jedoch eigentlich keine Hunde, sondern Nagetiere und mit den Hörnchen verwandt. Sie leben in der Prärie Nordamerikas in großen Gruppen. Da sie unterirdische Baue anlegen, in denen sie Schutz vor Feinden aber auch einen frostfreien Unterschlupf für den Winterschlaf finden, musste auch das neue Gehege im Tiergarten Heidelberg mit einem stabilen Grabschutz ausgestattet werden.
Die Finanzierung des neuen Präriehundgeheges im Zoo Heidelberg wurde vom Verein der Tiergartenfreunde übernommen. Bei der offiziellen Eröffnung des Geheges am Mittwoch, den 25.07.2007 um 15.00 Uhr werden der erste und zweite Vorsitzende Dr. Dietrich Lorenz und Herr Gerhard Bartelmus einen zweiten Scheck an Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann übergeben.
|