09.07.2010
Richtungweisendes Elefantenhaus eröffnet
Zoo Heidelberg

Am 8. Juli um 15.00 Uhr war es soweit: Nach einem Jahr Bauzeit wurde das neue, richtungweisende Elefantenhaus im Heidelberger Zoo eröffnet. Bei strahlendem Sommerwetter nahmen knapp 500 geladene Gäste an der Eröffnung teil, darunter viele Menschen, die sich besonders für das Elefantenhaus engagiert haben. Das 3,8 Millionen teure Tierhaus ist in vieler Hinsicht innovativ: Metertiefer Sandboden gibt den Elefanten in einer großen Halle sowie in zwei der vier Boxen einen weichen organischen Untergrund. Ein ausgeklügeltes Beschäftigungsprogramm wird Langeweile verhindern. Mit der ersten Jungbullengruppe in Deutschland wird tiergärtnerisches Neuland beschritten, um die Elefantenzucht in Europa weiter voranzubringen. Durch die feierliche Eröffnung erfuhr die wichtigste und umfangreichste Baumaßnahme des Heidelberger Zoos der letzten Jahre ihre Freigabe.


„Das neue Elefantenhaus des Heidelberger Zoo ist für mich ein Beispiel dafür, was entstehen kann, wenn sich ein motiviertes Team eine Aufgabe stellt und dabei von den Bürgerinnen und Bürgern nachhaltig unterstützt wird“, lobte Heidelbergs Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner.


Das neue Elefantenhaus bietet den aktuellen Stand der tiergärtnerischen Wissenschaft und trägt den Bedürfnissen der Tiere Rechnung. In der großen Halles des Hauses finden die „Jungen Wilden“ einen komfortablen Innenpool, eine beheizbare Sporthalle mit Sandboden und vielfältigen Beschäftigungsmöglichkeiten, Privatboxen, einen Raum für Körperpflege und Behandlungen und den Zugang zu der 2000 m² großen Freianlage.
Einige Zahlen geben eine Vorstellung von dem Kraftakt, der hinter den beteiligten Firmen, Architekten, Zoohandwerkern, Gärtnern, Tierpflegern und der Zooleitung liegt: Über 1000m³ Sand, Erde und Steine mußten bewegt werden, ein einziges Stahltor für die Elefanten wiegt über fünf Tonnen. Der künstliche Baum in der 500 m² großen Halle ist sieben Meter hoch und birgt in seinem Innerem Futterautomaten, mit denen die Tiere per Fernbedienung und Schaltuhr auch nachts gefüttert werden können. Einige hundert Tropenpflanzen, Hunderte von Gräsern, Stauden, Sträuchern und Bäumen wurden gepflanzt. Über einen Kilometer an Bewässerungsleitungen, Drainagen, Abwasser und Frischwasserleitungen wurden verlegt. Prachtvolle Flußufer mit Wurzeln und umgestürzten Bäumen wurden als Naturnachbildungen aus Spezialbeton in der Halle und an den Außenwänden des Elefantenhauses gestaltet. Ein großes Badebecken (zirka 500 Badewannen groß) mit zwei sanft abfallenden Ein- und Ausstiegen lädt zum Planschen ein. Die Pläne des auf Zoobauten spezialisierten Architekturbüros Rasbach füllen ein ganzes Bücherregal. „Es war eine sehr anstrengende aber auch schöne Zeit. Wir konnten sehen, wie unsere Ideen nach und nach in Stein, Metall, Holz und anderen Materialien realisiert wurden – das hatte manchmal schon etwas Magisches. Am schönsten ist aber zu sehen, wie sich die Tiere in ihrer neuen Heimat wohlfühlen“, freut sich Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann.


Auch an die Besucher wurde gedacht, mit verschiedenen Perspektiven, einer Besucherplattform, die es ermöglicht, die Elefanten ganz nah zu beobachten. Völlig neuentwickelt wurden große interaktive Informationselemente, die die Besucher dazu einladen, sich mit diesen großartigen Tieren zu beschäftigen.
In seinen Schlussworten setzte sich Würzner mit Nachdruck dafür ein, „dass das Erweiterungsgelände dem Zoo bald zur Verfügung stehe. „Dort einen modernen neuen Teil des Zoos zu errichten, der dem Schutz der Biodiversität, der natürlichen Vielfalt auf unserem Planeten gewidmet ist, ist eine spannende Aufgabe. „Ich hoffe“, betonte Würzner, „dass wir in den kommenden Jahren die Mittel haben werden, als Stadt dazu beizutragen. So wie hier beim Elefantenhaus werden auch dort hoffentlich die Heidelbergerinnen und Heidelberger, die Betriebe der Stadt und der Region mithelfen, das Ziel zu erreichen“.

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