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Es hat nicht mit den anstehenden Wahlen zu tun, wenn im Vogelrevier des Heidelberger Zoos die Farben des Frühlings zartrosa und tiefgrün sind – mit Rosa Löfflern und Grünwangen-Amazonen bevölkern zwei attraktive Vogelarten die Volieren des Zoos neu.
Die große Ibis-Voliere hat seit dem Wochenende sechs neue Bewohner – Rosa Löffler. Die zartrosa gefärbten Reiherverwandten kommen freilebend in der Karibik und Südamerika vor. Das auffälligste Merkmal dieses hübsch gefärbten Vogels ist zweifellos sein langer, an der Spitze löffelförmig verbreiterter Schnabel. Er stellt eine Anpassung an die besondere Ernährungsweise des Vogels dar. In seichten, offenen Gewässern schreitet er bedächtig durch das Wasser auf das Suche nach Beute – Schnecken, Würmern und kleinen Fischen. Im Heidelberger Zoo treffen die Rosa Löffler auf Rote und Braune Sichler, Kuba-Pfeifgänse, Höckerglanzgänse und Rotschultenten – allesamt auch Südamerikaner. Es wird interessant werden, wie sich die Rosa Löffler in den Brutkalender der übrigen Volierebewohner eingliedern werden: Im Frühjahr beginnen die Braunen Sichler mit dem Nestabau, den sie abgeschlossen haben, wenn die Roten Sichler in Brutstimmung kommen. Werden die Löffler die gesittete Nestordnung durcheinanderbringen? Damit ist frühestens nächstes Jahr zu rechnen, denn die Löffler sind allesamt Jungvögel.
In der großen Regenwald-Voliere des Zoos sind mit Grünwangen-Amazonen die ersten Papageien eingezogen. Die Pflanzen der Voliere mussten erst einmal einige Jahre Fuß – vielleicht besser – Wurzeln fassen, bevor sie mit den kräftigen Schnäbeln der Amazonen Bekanntschaft machen können. Diese Schnäbel werden sicher auch dafür sorgen, dass die possierlichen Weißgesichtsseideäffchen, die sich mit den Amazonen die Voliere teilen, den neuen Mitbewohnern respektvoll gegenübertreten – was sonst nicht ihrer quicklebendigen Art entspricht. Auch die Zoobesucher, die diese Voliere durchstreifen können, sollten daran denken, dass Wildtiere keine Streicheltiere sind und auf Streicheleinheiten für die grünen Krummschnäbel verzichten.
P.S. Wer es in Vorwahlzeiten im Zoo lieber andersfarbig mag: Wir warten mit Spannung und voller Vorfreude auf die Geburt eines tiefschwarzen Eselfohlens, auf die Ankunft eines neues strahlend blauen Hyazintharas und dass die leuchtend gelben Webervögel mit ihrer eindrucksvollen Balz und ihrem kunstvollen Nestbau beginnen.
Ansprechpartner: Zoo Heidelberg, Steffanie Richter, Tiergartenstraße 3, 69120 Heidelberg, Tel: 06221- 645527, Fax: 06221- 645588, Email: steffanie.richter@heidelberg.de
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