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Wer sie einmal gesehen hat, wird sie nicht mehr vergessen, zumindest ihren langen, prächtigen Schnurrbart. Kaiserschnurrbarttamarine sind neuerdings auch im Zoo Heidelberg zu bewundern.
Ihren Namen verdanken die kleinen Affen aus Südamerika natürlich ihrem langen weißen Schnurrbart, der an den Deutschen Kaiser Wilhelm II erinnern soll. Doch hier tragen auch die Damen einen Bart, und selbst die Jungtiere bekommen ihn lange bevor sie erwachsen sind.
Kaiserschnurrbarttamarine gehören zu den Krallenaffen, die ausschließlich in Südamerika vorkommen. Ihre Fingernägel sind zu Krallen umgeformt, mit denen die Tiere nicht nur gut klettern können, sie ritzen damit auch die Rinde von Bäumen an, um an die begehrten Baumsäfte zu gelangen. Auf ihrem Speisezettel stehen aber auch Früchte, Frösche, Vogeleier und Insekten, die sie geschickt mit ihren kleinen Händen fangen. Die hübschen Äffchen durchstreifen die oberen Baumschichten des Regenwaldes in kleinen Familiengruppen von bis zu zehn Tieren. Durch die Zerstörung ihres Lebensraumes werden sie im Freiland immer seltener, in den Zoologischen Gärten gibt es ein Erhaltungszuchtprogramm, das die koordinierte Nachzucht der Tamarine beaufsichtigt.
Der Zoo Heidelberg hat sich Anfang des Jahres beworben, am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für den Kaiserschnurrbarttamarin teil zu nehmen. Dank der großen Erfahrung und der Erfolge, die der Tiergarten in der Haltung von anderen südamerikanischen Krallenaffenarten vorweisen konnte, stimmte die EEP-Kommission dem Antrag zu.
Ende April zog das Weibchen „Aurora“ vom Zoo Besancon in Frankreich an den Neckar und knapp drei Wochen später folgte das Männchen „Rinaldo“ aus dem Zoo Twycross in England. Die beiden konnten problemlos zusammen gewöhnt werden und leben nun in einem Gehege im Kleinen Affenhaus neben den Roloway-Meerkatzen. Aber die beiden Kaiserschnurrbarttamarine haben noch mehr Nachbarn, sie teilen sich ihr Gehege derzeit mit einer Familie Zwergseidenaffen, die kleinsten echten Affen, die es auf der Welt gibt. Sie werden in einigen Monaten ein eigenes Gehege in der neu aufgebauten Fasanerie bekommen. Bis dahin ist in der Wohngemeinschaft viel los und für die Zoobesucher gibt es bei den kleinen Affen immer was zu sehen.
Für nähere Informationen wenden Sie sich an den Tiergarten Heidelberg, Tel: 06221-6455-0.

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