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Am Wochenende sind zwei neue Kamele in den Heidelberger Zoo eingezogen und bringen frischen Wind in die angestammte Damengruppe. Die beiden Trampeltiere kommen aus dem österreichischen Zoo in Linz. Stute Suleika ist elf Jahre, Hengst Tarma zwölf Jahre alt. Tarma befindet sich gerade in der Paarungszeit, die bis zirka März andauern wird, und begutachtet mit Begeisterung seinen neuen Harem, der aus fünf Stuten besteht. Auch diese zeigen sich angetan und bekunden freudiges Interesse. In der Paarungszeit können Kamelhengste für Pfleger unberechenbar und sehr gefährlich werden. Deshalb werden sich die Pfleger und Tarma erst nach der Paarungszeit, also im Frühjahr wirklich näher kennenlernen. Bis dahin müssen die Pfleger bei dem wilden Kerl auf Distanz bleiben und ihn immer im Auge behalten. Stute Suleika dagegen ist sanft und zutraulich. „Wir sind sehr glücklich über unseren Zuwachs, weil unser Zuchthengst Sharan leider im Sommer plötzlich verstorben ist“, freut sich Revierleiter Jörg Kubacki. „Die beiden Neuen werden sich sicher schnell in die Herde eingewöhnen und vielleicht können wir bald wieder mit Nachwuchs rechnen“.
Kamele, Dromedare, Trampeltiere?
Immer wieder werden diese Begriffe durcheinander gebracht. Dabei ist es eigentlich ganz einfach. Ein Dromedar hat einen, das Trampeltier hat zwei Höcker und beide gehören zur Familie der Kamele. Im Heidelberger Zoo wohnen also Trampeltiere. Ursprünglich stammen Kamele aus wesentlich extremeren Klimagegenden als den mitteleuropäischen und haben sich über Millionen von Jahren an starke Temperaturschwankungen wie Hitze und Kälte sowie Wassermangel angepasst. Entgegen verbreiteter Meinung speichern Trampeltiere nicht Wasser in ihren Höckern. Ihre Höcker dienen ihnen als Fettspeicher. Bei der Verwertung von Fett entsteht unter anderem auch Wasser. Außerdem sind die Höcker das Zentrum einer ausgeklügelten Klimaanlage. In kalten Nächten können Kamele ihre Körpertemperatur auf 34 °C absinken lassen. Der Trick mit dem Absenken der Körpertemperatur bewirkt, dass sich das Kamel am Morgen über eine längere Zeit durch die Außentemperatur aufheizen kann, bevor eine zu hohe Temperatur entsteht und die Wärmeregulation einsetzen muss. Bei keinem anderen Säugetier der Erde wird das Blut so gut mit dem Wassermangel fertig. Das Trampeltier kann fast ein Drittel seines Körpergewichts an Flüssigkeit verlieren, ohne besonders erschöpft zu sein. Dagegen darf der Mensch nicht viel mehr als ein Zehntel seines Körpergewichts an Flüssigkeit verlieren. Das Blut wird dann so dick, dass es nicht mehr durch den Körper fließen kann. Und die Körpertemperatur steigt so hoch, dass er einen Hitzschlag bekommt. Trinkt das Trampeltier auf einen Schlag 120 Liter Wasser, passiert ihm trotzdem nichts. Denn seine roten Blutkörperchen können die Wasserverdünnung gut vertragen. Sie werden einfach größer und nehmen alles auf, ohne zu platzen. Der Mensch aber würde an einer „Wasservergiftung“ sterben!
Bei Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an Steffanie Richter, Tel: 06221 6455-27, Mail: steffanie.richter@heidelberg.de

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