07.04.2009
Eine neue Voliere für die Riesenseeadler
Zoo Heidelberg

Geplant war sie schon lange – jetzt ist die Voliere für die Riesenseeadler des Heidelberger Zoos fertig gestellt und wurde am 7. April 2009 von dem Ersten Bürgermeister Bernd Stadel feierlich eröffnet. Seitdem sitzen die beiden majestätischen Tiere in luftiger Höhe und überblicken den „Heidelberger Yellowstone-See“. Diese Teichanlage wurde bereits 2000 angelegt, die große Greifvogelvoliere an ihrem einen Ende war von Anfang an mit geplant. Aus finanziellen Gründen musste der Bau des Adlergeheges jedoch warten. Dank zahlreicher Spenden von Tierpaten und anderen Zoobesuchern kam genug Geld zusammen, so dass die Voliere nun realisiert werden konnte. Die Handwerker und Gärtner des Zoos haben beim Bau und der Bepflanzung der Adlervoliere hervorragende Arbeit geleistet. Das Gehege ist sechseckig und jede Seite ist neun Meter lang. Dadurch ergibt sich eine Gesamtfläche von 210 qm. Imposant ist vor allem die Höhe von bis zu sieben Meter. Zum See und zur Besucherplattform hin ist ein sogenanntes Harfengitter gespannt, dessen ausschließlich senkrechte Drähte einen fantastischen Durchblick ermöglichen. Im Innenbereich ist aus Natur- und Kunstfelsen, Baumstämmen, Schwemmwurzeln, Krüppelkiefern und weiteren hundert Pflanzen sowie einer schönen Blumenwiese ein großzügiger Lebensraumausschnitt für die größten Adler der Welt entstanden.

Die Riesenseeadler mit einer Flügelspannweite von 2,80 Meter kommen nur noch an den Küsten im Osten Russlands und den vorgelagerten Inseln vor, in Nordkorea ist der elegante Vogel wahrscheinlich bereits ausgerottet. Ein Hauptverbreitungsgebiet liegt auf der russischen Halbinsel Kamschatka. Vulkane, Geysire und Fumarole geben Zeugnis von den Aktivitäten unterhalb der Erde. Die Fauna mit Bären, in Millionenscharen wandernden Lachsen, Robben und Walen vor der Küste und natürlich den Riesenseeadlern kann mit dem Tierleben des weitaus bekannteren Yellowstone-Nationalparks mühelos mithalten.

Die Heidelberger Riesenseeadler leben seit Juli 2006 in Heidelberg. Sie kamen als beschlagnahmte Tiere in den Zoo. Die beiden Vögel stellten sich glücklicherweise als Männchen und Weibchen heraus und sind mittlerweile fast komplett vom Jungtiergefieder auf ihr Erwachsenenkleid umgefärbt. Die neue, großzügige Voliere wird ihnen in den nächsten Jahren hoffentlich den nötigen Impuls zur ersten Brut geben. Ideale Voraussetzungen sind nun geschaffen, jetzt liegt es an den Adlern.

Die Eröffnung der Voliere hat übrigens auch eine geschichtliche Dimension. Vor 75 Jahren wurde der Tiergarten Heidelberg eröffnet. Bekanntestes Bauwerk des jungen Zoos wurde sehr schnell die Großvoliere für Greifvögel, die im Krieg zerstört und später nicht wieder aufgebaut wurde. Mit der Eröffnung der Voliere für Riesenseeadler im Jubiläumsjahr setzt der Zoo die Tradition der Greifvogelhaltung im Zoo Heidelberg mit einem besonderen Akzent fort.

Bei Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an Steffanie Richter, Tel: 06221 6455-27, Mail: steffanie.richter@heidelberg.de