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Wer den Heidelberger Zoo ausschließlich in den wärmeren Jahreszeiten besucht, verpasst einiges. Für einen schönen Spaziergang mit Aufwärmen zwischendurch in den Tierhäusern ist der Heidelberger Zoo für kleine und große Gäste auch im Winter und während der Weihnachtsferien ideal. Bis auf den Hamster, der sich zum Winterschlaf ins Heu einbuddelt, und die nordamerikanischen Präriehunde, die sich unter der Erde in ihrem Bau verkriechen, sind alle Heidelberger Zootiere zu erleben.
Nicht nur die Kälte liebenden Schneeeulen kommen jetzt auf ihre Kosten, auch Tiere aus wärmeren Gefilden passen sich meist gut an unser Klima an. Die Kamele, die in der Wüste Temperaturen zwischen 30 Grad plus und bis zu 40 Grad minus aushalten müssten, legen sich ab Herbst ein schönes und dickes Fell zu und sehen damit noch imponierender aus als sonst. Löwen und Tiger lassen sich durch Kälte kaum stören und freuen sich über Schnee. Die anderen passen sich dem Klima an, wie sie es auch in ihrer Heimat oft tun müssen. Schließlich kann es selbst in Afrika Frost geben. „Mit trockener Kälte haben die meisten Tiere auch keine Probleme“, erklärt Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann. Zudem können die Tiere sich wunderbar in ihren Häusern aufwärmen. Viele Tiere sind übrigens in der kalten Jahreszeit aktiver, so etliche Vogelarten und die Robben, die sich nun sogar im Wasser aufwärmen können.
Empfindlich sind die Tiere, die in Regenwäldern zuhause sind. Flachland-Gorillas und Orang-Utans bleiben also ganz sicher im warmen, feuchten Haus, wenn draußen die Temperaturen sinken. Und bei ihnen gibt es behagliche Wärme und üppiges Grün, so dass Besucher sich wie in südliche Gefilde versetzt fühlen können, wenn sie Gorilla und Co. im Menschenaffenhaus besuchen. Wenn dann noch die beiden Jung-Gorillas Kiki und Banjoko sich von ihrer spaßigsten Seite zeigen, kann einem ein trüber Dezember- oder Januartag nichts mehr anhaben. Im Raubtierhaus können kleine und große Zoobesucher die beliebten Erdmännchen auch bei Kälte und Nässe gut beobachten, vor allem, wenn diese ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen, nämlich im Sand zu buddeln. Im Afrikahaus warten Chamäleon Sandro und ein prächtiger Tigerpython auf neugierige Besucher. Außerdem gibt es dort eine kleine Ausstellung über Tiere und Menschen im Zoo Heidelberg.
Viele Tiere zeigen gerade im Winter ihr hübschestes Kleid – so zum Beispiel die Mandarinenten. Die männliche Mandarinente gilt wegen ihrer vielfältigen Färbung und Musterung als eine der schönsten Enten der Welt. Vor allem der in verschiedenen Farben metallisch glänzende Scheitel, der leuchtend orangefarbene „Backenbart“, die schwarzviolett schillernde Brust und der hellrote Schnabel mit der weißen Spitze beeindrucken den Besucher. Allerdings besitzen die Männchen ihr Prachtgefieder nur während der Paarungs- und Brutzeit. Und das ist genau die winterliche Jahreszeit. Und die Hermeline, die sonst eine braune Oberseite tragen, präsentieren sich in strahlendem Weiß.
Für viele Zootiere kommt die eigentliche Bescherung erst nach Weihnachten. Der Zoo erhält jedes Jahr ausgewählte Weihnachtsbäume, die bis zum 23. Dezember nicht mehr verkauft werden konnten. Diese sind selbstverständlich befreit von Lametta und ähnlich schädlichen Dingen und sind eine leckere Überraschung für fast alle Zootiere. Wie jedes Jahr nimmt der Zoo aber ab dem 24. Dezember keine Weihnachtsbäume mehr an! Ab dem ersten Weihnachtstag freuen sich dann Menschenaffen, Kamele, Löwen und Co. über die Bereicherung ihrer Diät. Während manche Tiere nur die Nadeln oder nur die Rinde verzehren, wälzen sich die Löwen mit Vorliebe in den Nadelbäumen, um sich mit dem Harzduft einzuparfümieren. Und die Vögel erhalten zur Weihnachtszeit Mandarinen – es duftet also auch im Zoo ganz und gar weihnachtlich.
Am Mittwoch, den 6. Januar gibt es von 11.00 bis 16.00 Uhr gemütlichen Glühweinstand der Tiergartenfreunde. Winter im Zoo Heidelberg – da kommt erst gar keine Langeweile auf.
Der Zoo Heidelberg kann in den Wintermonaten November bis Februar an jedem Tag von 9 bis 17 Uhr besucht werden, selbstverständlich auch an den Weihnachtsfeiertagen und an Neujahr. An Silvester schließt der Zoo um 14.00 Uhr, letzter Einlass ist um 13.30 Uhr.

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